Hucke
Informationen zum Hersteller
Max Hucke
(Monteur später Werkmeister)
Kaiser-Wilhelm-Str. 49, Berlin-Niederschönhausen
mind. 1920 – mind. 1928
Der in Berlin ansässige Max Hucke setzt in den Jahren 1920 bis 1922 DKW-Motorräder bei Rennveranstaltungen ein. Im Oktober 1921 siegt er in der Klasse der „Kleinkrafträder und Fahrräder mit Hilfsmotoren“ bei der ADAC-Reichsfahrt.
Max Hucke ist zu dieser Zeit aber nicht nur Rennfahrer, sondern auch Konstrukteur. So entwickelt er zusammen mit dem Ingenieur Hugo Ruppe den beachtenswerten Bekamo-Motor (siehe Bekamo). Zumindest reichen deren Ehefrauen Ida Ruppe und Wilhelmine Hucke am 28. Januar 1921 das Patent für einen „Zweitakt-Explosionsmotor mit steuerndem Kolben und Kurbelkastenpumpe“ ein.
Erfolgreiche Renneinsätze Huckes mit Bekamo-Motorrädern sind zwischen Mai und September 1923 dokumentiert. Ab Dezember 1923 bis April 1924 fährt er für Eichler (siehe Eichler), vermutlich auch hier mit Maschinen, die über den Bekamo Motor verfügen. Anschließend wird ein Einsatz mit einer Brand-Bekamo (siehe Brand) auf der Avus Rennstrecke in Berlin erwähnt.
Eigene Hucke-Motorräder nutzt er ab September 1924. Es ist anzunehmen, dass diese von Beginn an mit Windhoff-Motoren (siehe Windhoff) ausgestattet waren. Spätestens beim Opelbahn-Rennen am 19.10.1924 waren diese Motoren zudem wassergekühlt.
Mit der Berliner Motorenbaufirma Rinne (siehe Rinne) entwickelt sich eine neue Zusammenarbeit. Max Hucke und die Berlinerin Lolla Rosenberg starten mit „Rinne“ Motoren beim Swinemünder Bäderrennen im Juni 1925. Erneut werden „Hucke-Rinne“Maschinen im September erwähnt. Neben Max Hucke finden sich auch die Berliner Fahrer Ernst Köhler und Rudolf Michael, Hellmuth Lücke aus Oranienburg und Frau Lolla Rosenberg in der Startaufstellung zum Großen Preis von Deutschland auf der Avus. Genannt werden Maschinen mit 124,3 ccm, 174,9 ccm und 247,2 ccm Hubraum. Im“ Hannoverschen Kurier“ wird die Hucke-Rinne anlässlich dieses Rennens wie folgt beschrieben: „die Maschine interessiert mit ihren liegenden wassergekühlten Zylindern, deren jeder ein eigenes Kurbelgehäuse hat, zwischen denen das Schwungrad liegt“. Es ist davon auszugehen, dass hier das 250er Modell beschrieben wird.
Ende 1925 sorgt auf der Deutschen Automobilausstellung in Berlin eine von der „Rinne-Motoren-GmbH, Berlin“ vorgestellte neuartige Kondensationskühlung für Aufmerksamkeit. Das Motor-Kühlsystem bietet eine Verdampfungskühlung mit Rückflusskondensator. Es besteht aus dünnwandigen, handelsüblichen Kupferrohren ohne Schlauch- und Rohrverbindungen. Daneben ist es deutlich leichter als zinngelötete Normalkühler. Über ein Vakuum-Manometer kann die Kühlwassertemperatur abgelesen werden. Auf dem gleichen Messestand ist auch ein Hucke-Rinne Kraftrad ausgestellt.
Die Hucke-Rinne-Modelle verfügen über einen leichten Doppelschleifen-Rohrrahmen in denen luftgekühlte Rinne-Motoren eingebaut werden, aber auch der oben beschriebene sportliche Rinne-Motor mit Kondensationskühlung wird verbaut. Noch Anfang 1926 wird die Motorkraft mittels Riemen an das Hinterrad übertragen.
Ob die Rahmen der Hucke-Rinne von Hucke oder Rinne gefertigt und wo diese produziert wurden, ist leider nicht übermittelt. Im Sommer 1926 enden die Renneinsätze dieser kleinen Motorradmarke.
Teilnahmen der Hucke-Rinne an Rennveranstaltungen:
|
29.06.1926 |
Swinemünder Bäderrennen |
|
27.09.1925 |
Avus Rennen zum Großen Preis von Deutschland |
|
18.04.1926 |
Eilenriederennen |
|
16.05.1926 |
Solitude Stuttgart |
|
13.06.1926 |
Avus Rennen |
(Zusammengestellt von Frank Grüneboom, Januar 2026)
Quellen:
Adressbuch Berlin, 1920-1924; 1926-1928
Berliner Tageblatt, 1922, 1925-1926
Der Motorfahrer, 1924
Deutsche allgemeine Zeitung, 1924, 1925
Deutscher Reichsanzeiger, 1922
Europäisches Patentamt
General Anzeiger für Bonn, 1923
Hannoverscher Kurier, 1925
Illustrierte Motorzeitung, 1924
Leipziger Tageblatt, 1925
Motor und Sport, 1925
Motorwelt, 1926
Österreichische Auto-Rundschau, 1924-1926
Sächsische Staatszeitung, 1920
Sport im Bild, 1923
Stuttgarter neues Tagblatt, 1921, 1924
Wiener Sport-Tagblatt, 1923
Wochenblatt für Zschopau, 1921
Württemberger Zeitung, 1924, 1926
Zurück zur Herstellerliste.