Auto-Ell
Informationen zum Hersteller
Auto-Ell
Inhaber Max Ell
Herzogstrasse 6c
Stuttgart
(etwa 1921-1924)
Bereits im Mai 1921 führte die Firma Auto-Ell in Stuttgart den neuen DKW-Fahrradhilfsmotor. Der 1 PS starke, 11,5 kg leichte Zweitaktmotor bewältigte Steigungen bis 10 %.
Vier Monate später übernahm Auto-Ell die Generalvertretung für die von der Berliner Firma Eichler eingeführten Lomos-Sesselkrafträder. Die im Februar 1922 vorgestellte, verbesserte Version dieses „Einspur-Autos“ besaß Vorderradfederung, Fußrasten und besonders starke Bereifung. Beim Lomos saß der bekannte DKW-Motor nicht wie beim Hilfsmotor über dem Hinterrad, sondern in der Mitte des Rahmens.
Ab Juli 1922 vertrieb Auto-Ell das CM-Leichtkraftrad der Münchner Firma Carl Metzger mit 1,5-PS-DKW-Motor (siehe CM). Weiterhin angeboten wurden DKW-Hilfsmotoren und Lomos-Räder. Im Oktober kamen das Eichler-Sport-Modell sowie das von Julius Ehlgötz aus Karlsruhe produzierte Velo-Leichtmotorrad hinzu (siehe Velo).
Auch sportlich trat Auto-Ell früh in Erscheinung. Nachdem Max Ell 1921 mit einem DKW-Hilfsmotor bei „Rund um Stuttgart“ den dritten Platz belegt hatte, startete er im Juni 1922 mit einem Auto-Ell-Motorrad in der Klasse von 500 bis 750 ccm beim Solitude-Bergrennen und wurde Neunter. Im August folgte ein vierter Platz bei der Prüfungsfahrt des Motorradclubs Stuttgart. Zu diesem großvolumigen Auto-Ell-Motorrad liegen derzeit keine weiteren Angaben vor. Bei derselben Prüfungsfahrt erschienen erstmals Auto-Ell-Maschinen in der Klasse der Fahrräder mit Hilfsmotor; K. Fiesel und R. Hamm belegten die Plätze vier und fünf.
Im Herbst 1922 erreichte Max Ell auf Auto-Ell beim Automobil- und Motorradrennen in Pforzheim Platz drei in der Klasse bis 150 ccm. Bei der zweiten Motorrad-Prüfungsfahrt in Mannheim gewann er die Klasse bis 150 ccm und wurde Vierter bis 200 ccm.
Im Frühjahr 1923 nahm die Firma Auto-Ell das mit Getriebe ausgestattete Fips-Kleinkraftrad ins Programm auf und warb nun als „Größtes Spezial-Haus für Klein-Krafträder“.
Mit einer solchen Fips gewann Max Ell im Mai 1923 bei „Rund um Stuttgart“ die Klasse bis 0,75 Steuer-PS. Einen Monat später wurde er beim Solitude-Bergrennen Dritter bis 130 ccm ohne Tretvorrichtung. Erwin Gehrung erreichte dort mit einer Auto-Ell Platz fünf in der Klasse der Kleinkrafträder von 130 bis 200 ccm mit und ohne Tretvorrichtung. Bei der mehrtägigen Reichsfahrt des ADAC wurde Gehrung auf Auto-Ell Dritter bis 150 ccm.
Im August 1923 gewann Erwin Gehrung mit einer Auto-Ell das Bergrennen in Künzelsau sowie die Klasse bis 175 ccm beim Motorrad- und Automobilturnier in Herrenalb.
Nach einer Werbeabbildung von 1923 dürfte die Auto-Ell mit einem 1,5-PS-DKW-Motor ausgerüstet gewesen sein. Das Aggregat saß in einem klassischen Rohrrahmen. Hinzu kamen ein separat angeordnetes Getriebe, Riemenantrieb und eine Pendelgabel mit horizontaler Feder. Der Stecktank trug den Schriftzug „Auto-Ell“.
Auf der Motorrad-Sport-Ausstellung in Stuttgart war Auto-Ell mit zwei Ständen vertreten. Gezeigt wurde unter anderem die spätestens seit März 1924 angebotene Marke Trumpf-Ass. Als Neuheit für den deutschen Markt war außerdem das amerikanische Ner-a-car vorgesehen; wegen fehlender Zollfreigabe konnte das 2,5-PS-Einzylinderfahrzeug mit 221-ccm-Zweitaktmotor, fünfgängigem Friktionsgetriebe und Kickstarter jedoch nicht ausgestellt werden.
1924 liefen die Rennerfolge auf Auto-Ell aus. Friedrich Gehrung erreichte beim Solitude-Bergrennen noch Platz zehn in der Klasse bis 150 ccm; die bisher erfolgreichen Fahrer wechselten bereits zu anderen Marken. Erich Gehrung startete erfolgreich auf Hirth, Max Ell im Frühjahr 1924 auf Trumpf-Ass und P&P (Packman & Poppe, England), 1929 auf Imperia.
1925 führte Auto-Ell Marken wie Imperia, Blackburne, Trumpf-Ass, Harso, Klotz, UT, Nestoria und Zündapp; eigene Produkte wurden nicht mehr genannt. Als Motorradhändler ist Auto-Ell noch bis 1943 nachweisbar.
(Zusammengestellt von Frank Grüneboom, Mai 2026)
Quellen:
Deutscher Reichsanzeiger. 1921.
General Anzeiger. 1923.
Karlsruher Tagblatt. 1923-1924.
Motor und Sport. 1929.
Münchner Neueste Nachrichten. 1923.
Schwäbischer Merkur. 1921.
Sportzeitung des Stuttgarter neuen Tagblatts. 1924.
Stuttgarter Neues Tagblatt. 1922-1924.
Süddeutsche Zeitung. 1923-1924.
Württemberger Zeitung. 1922-1923; 1925; 1943.
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