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Zerro

Informationen zum Hersteller

 

Zerro
Franz Zerr
Wilhelmstraße 63
Karlsruhe (November 1921 bis 1922)

Zerro Motor- & Fahrrad-Bau GmbH
Wilhelmstraße 63
Karlsruhe (6. Januar 1923 bis 4. Juli 1923)
 

Im November 1921 verlegte der Schlosser Franz Zerr sein Karlsruher Fahrrad- und Motorengeschäft mitsamt Reparaturwerkstätte von der Adlerstraße 32 in die Wilhelmstraße 63. Dort trat er zugleich als Vertreter der Velo-Einbaumotoren der Karlsruher Firma Julius Ehlgötz auf.

Gemeinsam mit Leo Litterst eröffnete er im März 1922 in der Kaiserstraße 41 ein Ladenlokal für Automobile, Motoren und Fahrräder, während die Werkstätte in der Wilhelmstraße 63 weiterhin Bestand hatte.

Ab September 1922 bewarb Franz Zerr das in Eigenfertigung hergestellte „Zerro-Rad“. Es besaß einen 1,5 PS starken Velo-Zweitaktmotor, der leicht nach vorn geneigt in einem geschlossenen Rohrrahmenfahrgestell saß. Der Antrieb auf das Hinterrad erfolgte über einen Riemen. Eine Pendelgabel mit Horizontalfederung erhöhte den Fahrkomfort. Auffällig waren der Schriftzug „VELO“ auf dem Stecktank und der hoch geführte Tourenlenker.

Am 6. Januar 1923 wurde die „Zerro Motor- & Fahrrad-Bau GmbH“ gegründet. Gegenstand des Unternehmens waren die Herstellung von Fahr- und Motorrädern sowie der Handel und die Reparatur von Fahrrädern, Motorrädern und Automobilen. Neben Franz Zerr fungierte der Kaufmann Karl Hölzle als Geschäftsführer. Firmensitz blieb die Wilhelmstraße 63, wo neben dem Rahmenbau auch die Modernisierung von Motorrädern angeboten wurde.

Bereits im Juli 1923, nach nur sechs Monaten, schieden Karl Hölzle und Franz Zerr aus dem Unternehmen aus. Unter Otto Walter, Oberingenieur aus Düsseldorf, wurde der Betrieb als „Oberrheinische Fahrzeuggesellschaft mbH“ weitergeführt; im Februar 1924 wurde die Gesellschaft endgültig aufgelöst.

Zeitgleich mit seinem Ausscheiden aus der GmbH verlegte Franz Zerr seinen Betrieb im August 1923 aus der Wilhelmstraße in die Rüppurrerstraße 18, wo er unter der Firma „Franz Zerr & Co.“ auftrat.

Im Frühjahr 1924 bot er unter der Anschrift Waldhornstraße 66 Anhänger, ein Leichtmotorradfahrgestell und einen Personenwagen an; zudem richtete er dort eine Autovermietung ein. Unter derselben Adresse ist im Adressbuch von 1925 auch Leo Litterst als Autohändler verzeichnet.

Zwischenzeitlich wurde der Betrieb offenbar wieder an die Wilhelmstraße 63 zurückverlegt, denn im September 1924 wurde diese Adresse erneut in der Werbung genutzt. Gut ein Jahr später erscheint in einer Verkaufsanzeige nochmals die ursprüngliche Anschrift Adlerstraße 32. Danach verliert sich die Spur von Franz Zerr.

Zerro-Räder wurden lediglich im September und Oktober 1922 beworben; anschließend lassen sich auch keine Verkaufsanzeigen gebrauchter Maschinen mehr nachweisen. Es ist daher anzunehmen, dass die Zerro-Leichtkrafträder nur in sehr geringer Stückzahl gefertigt wurden.

Zusammengestellt von Frank Grüneboom, Mai 2026

Quellen
Badische Presse, 1922, 1924–1925
Der Volksfreund, 1921
Deutscher Reichsanzeiger, 1923–1924
Karlsruher Tagblatt, 1922–1923
Karlsruher Zeitung, 1923
Süddeutsche Zeitung, 1922


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Rubrik: Sonstige