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Runge, Hannover

Informationen zum Hersteller

Harald Runge, Fahrradfabrik

Hannover, Am Markt 13                                           (1921 – 1927)

 

Die Nähmaschinen- und Fahrradhandlung „H. Timmann“ wurde im Jahr 1862 von Heinrich Timmann in Hannover gegründet und musste 1887 Konkurs anmelden. Noch im selben Jahr übernahm seine Ehefrau Anna das Unternehmen. Die dort gefertigten Fahrräder wurden unter dem Markennamen „Optima“ vertrieben. In Werbeanzeigen bezeichnete man die Firma auch als „Hannoversche Nähmaschinen- und Fahrradwerke“. Im April 1894 erfolgte die Auflösung der Firma „H. Timmann“, worauf Harald Runge das Geschäft als alleiniger Inhaber weiterführte.

Im Frühjahr 1901 eröffnete die Firma „H. Timmann“ Niederlassungen in Bochum sowie in Dortmund. Gut zehn Jahre später, am 1. Juli 1911, wurde die Filiale in Dortmund wieder aufgegeben.

Über das Vermögen von Harald Runge, persönlich haftender Inhaber der Firma „H. Timmann“, wurde Anfang 1913 ein Konkursverfahren eröffnet. Der Zwangsvergleich wurde jedoch erst im April 1915 abgeschlossen, wodurch die Aufhebung des Verfahrens ermöglicht wurde.

Während des Ersten Weltkriegs konzentrierte sich das Unternehmen auf die Herstellung von Gebrauchsartikeln für Soldaten, darunter der Taschen-Ofen „Optima“. Zudem wurde eine innovative, gummilose Fahrradbereifung präsentiert, die jedoch nur begrenztes Interesse fand. Gegen Ende des Krieges verlagerte sich die Produktion auf Handkarren.

Das Unternehmen „Harald Runge“ wurde im Jahr 1920 gegründet und fand im Januar 1922 Eingang in das Handelsregister. Das Produktsortiment umfasste unter anderem Fahrräder der Marke „Optima“, Fahrradteile und -zubehör sowie weitere metallene Gebrauchsgegenstände. Betriebsleiter war damals Fritz Westendorf aus Hannover.

In diesem Zeitraum wurden vermutlich die „Runge“-Leichtkrafträder entwickelt, die mit verschiedenen Motorvarianten angeboten wurden. Eine bei Motopedia dokumentierte Abbildung zeigt ein Runge-Kraftrad, das augenscheinlich den seitengesteuerten Alba-Einbaumotor (siehe unter „Alba“) in einem leichten, geschlossenen Rohrrahmen integriert hatte. Die Vorderradfederung erfolgte mittels Kurzschwingengabel, während die Kraftübertragung auf das Hinterrad über einen Riemen umgesetzt wurde. Das Fahrzeug war in einem hellen Farbton lackiert und wies dekorative Zierlinien am Stecktank auf.

Ein anderes Modell verfügte über einen DKW-Zweitakt-Einbaumotor, der durch eine zusätzliche Ventilatorkühlung unterstützt wurde. Das Fahrgestell entsprach dem des zuvor beschriebenen Leichtkraftrads.

Im Mai 1925 wurde erneut ein Konkursverfahren über das Vermögen von Harald Runge eröffnet. Das Verfahren endete im April 1927, woraufhin die Firma „Harald Runge“ aus dem Handelsregister gelöscht wurde.

Die „H. Timmann GmbH“ wurde am 28. April 1925 in Hannover gegründet. Das Unternehmen beschäftigte sich mit der Produktion und dem Verkauf von Fahrrädern, Nähmaschinen sowie deren Ersatzteilen und führte das Geschäft der Firma „H. Timmann“ fort, welche die hier genannten Produkte bisher vermarktete. Die Firma „Harald Runge“ agierte als paralleles Unternehmen. Als Geschäftsführer war Harald Runge aus Hannover-Waldhausen eingesetzt. Zu den Gesellschaftern zählten der Schneidermeister Albert Lüdecke, dessen Ehefrau Johanne und Harald Runge. Zum Jahresende 1926 schied Harald Runge als Geschäftsführer aus und der Kaufmann Friedrich Staiger übernahm die Unternehmensleitung.

 

(Zusammengestellt von: Helmut Kraus. Dezember 2025)

Quellen:

(1)   Hannoverscher Kurier, 1887, 1894, 1913-1916, 1921-1927

(2)   Adressbuch Hannover, 1923-1925

(3)   Deutscher Reichsanzeiger, 1887, 1901, 1913-1915, 1923-1927

(4)   Dortmunder Zeitung, 1901

(5)   Gießener Anzeiger, 1910

(6)   General-Anzeiger für Dortmund, 1911, 1918

(7)   Kölnische Zeitung, 1915-1916

(8)   Berliner Tageblatt, 1915

(9)   Württemberger Zeitung, 1916

(10) Badische Presse, 1918

(11) Stuttgarter neues Tagblatt, 1919

(12) Hamburger Fremdenblatt, 1920-1921

(13) Westfälische Zeitung, 1923

(14) Berliner Börsen-Zeitung, 1925


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