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Dalli

Informationen zum Hersteller


Dallmann & Co.
Jahnstraße 83
Düsseldorf
(07.09.1922 – 1924)

Dallmann & Co. 
Camphausenstraße 30
Düsseldorf
(ca. Oktober 1924 – 1927)

Emil Dallmann
Jahnstraße 83
Düsseldorf
(ca. 1924 – 1926)


Die folgenden Angaben fassen die bislang nachweisbare Entwicklung der Düsseldorfer Firma Dallmann & Co. zusammen. Diese nahm ihre Tätigkeit im September 1922 auf. Als Gründerinnen werden Maria und Sofia Dallmann genannt. Im August 1923 gingen die Geschäfte auf ihre Ehemänner über: den Kaufmann Theodor Dallmann und den Bildhauer Emil Dallmann. Damit erscheint die Firma zunächst als Familienunternehmen.

Erste Anzeigen sind bereits für November 1922 belegt. Angeboten wurden Spezialräder der Marke Cyklop sowie Einbaumotoren. Spätestens ab Frühjahr 1923 vertrat Dallmann & Co. die Cyklop-Fahrrad-AG aus Elsdorf im Rheinland. Das Vertretungsgebiet umfasste zunächst die Regierungsbezirke Aachen und Düsseldorf und wurde später auf die Provinzen Westfalen und Hannover ausgedehnt.

Im April 1923 stellte Dallmann & Co. während einer großen Verkaufs- und Sportschau des Kaufhauses Leonhard Tietz das Elfa-Rad vor. Dabei handelte es sich um ein von der Cyklop-Fahrrad-AG produziertes Spezialrad für Motoren.

Das Publikumsinteresse war offenbar groß: Bereits im folgenden Monat wurde ein eigenes „Dalli“-Motorrad beworben. Bei diesem Leichtkraftrad war ein bewährter Hansa-Viertaktmotor in einen Cyklop-Rahmen eingebaut. Die Dauerleistung lag bei etwa 2 PS; als Geschwindigkeitsbereich wurden 4 bis 65 km/h genannt. Zugleich trat Dallmann & Co. als Generalvertreter der Hansa-Präzisionswerke AG für die Regierungsbezirke Aachen und Düsseldorf auf.

Das Dalli-Motorrad wurde noch bis Mai 1924 beworben. Danach zeichnete sich offenbar eine grundlegende Veränderung ab: Emil Dallmann schied vermutlich aus der Firma aus, während Maria Dallmann Prokura erhielt. Nahezu zeitgleich wechselte die Geschäftsanschrift von der Jahnstraße 83 zur Camphausenstraße 30 in Düsseldorf. Zwar wurden noch kurzzeitig Fahrräder und Leichtmotorräder angeboten, doch verlagerte sich der Geschäftszweck offenbar bald auf den Handel mit Kinderfahrrädern, Markisen und Gartenschirmen.

Die eigentliche Firmengeschichte von Dallmann & Co. endete vermutlich 1927: In diesem Jahr wurden die Büro- und Lagerräume an der Camphausenstraße 30 neu vermietet. Formell erlosch die Firma am 25. Januar 1928.

Emil Dallmann blieb dem Zweiradbereich nach seinem Ausscheiden zunächst verbunden: Unter der bekannten Anschrift Jahnstraße 83 betrieb er eine Motorrad- und Fahrradhandlung. Noch im Mai 1925 bot er Motorradrahmen für Leichtmotoren sowie fabrikneue Leichtkrafträder mit Snob-Motor an. Diese Tätigkeit dürfte 1926 ausgelaufen sein, denn im folgenden Jahr wurde Emil Dallmann in den Düsseldorfer Adressbüchern nur noch als Bildhauer geführt.

Nach derzeitigem Kenntnisstand blieb es bei einem Dalli-Motorradmodell, das in den Jahren 1923 und 1924 angeboten wurde.

Auffällig ist jedoch eine Anzeige aus dem benachbarten Köln-Weiden: Dort bot die Firma Kaspar Kratz, Fabrik für Motorfahrzeuge, im Februar und März 1924 ebenfalls unter dem Namen „Dalli“ ein Motorrad an. Es war mit einem 1,5- bzw. 2,5-HP-Villiers-Motor ausgestattet; das kleinere Modell konnte wahlweise mit oder ohne Getriebe bezogen werden. Weitere belastbare Hinweise auf Kaspar Kratz konnten bislang nicht ermittelt werden.

Zusammengestellt von Frank Grüneboom, Januar 2025; überarbeitet im September 2026.
 

Quellen und Nachweise

Adressbücher und Verzeichnisse
Adressbuch Düsseldorf, Jg. 1924–1927, 1930.
Hoppenstedt, Handbuch der deutschen Aktien-Gesellschaften, Jg. 1912/22, 1925.

Zeitungen und Zeitschriften
Der Mittag, Jg. 1923–1925.
Dortmunder Zeitung, Jg. 1923.
Düsseldorfer Stadtanzeiger, Jg. 1927, 1928.
Düsseldorfer Zeitung, Jg. 1924, 1925.
Kölnische Zeitung, Jg. 1922, 1923.
Niederrheinische Landeszeitung, Jg. 1922.

Hinweis zur Zitierweise: „Jg.“ bezeichnet den ausgewerteten Jahrgang.

 

 


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