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DWB Dorko-Werk Bamberg

Informationen zum Hersteller

Dorn, Krüger & Komp. Maschinenfabrik

Bamberg, Jäckstraße 4                                                      (01. Januar 1919 – 10. März 1922)

Dorko-Werk, Dorn & Komp.

Bamberg, Jäckstraße 4                                                      (10. März 1922 – 7. November1923)

Dorko-Werk Aktiengesellschaft

Bamberg, Jäckstraße 4                                                      (7. November 1923 – ca. Mitte 1924)

Dorko-Werk (Maschinen- und Motorenfabrik)

Bamberg, Jäckstraße 4                                                      (1924 - ca. Dezember 1927)                                                                                                                              

 

Am 1. Januar 1918 wurde Salomon Dorn, auch als „Salo Dorn“ geschrieben, Teilhaber der von Ignaz Kohn geleiteten Firma „Karl Kohn“. Der bisherige Unternehmenszweck, der Hopfenhandel, wurde aufgegeben und das Unternehmen konzentrierte sich fortan auf die Herstellung von Zigarren. Die offene Handelsgesellschaft bestand bis Anfang 1932. Beide Gesellschafter gründeten am 1. Oktober 1923 die „Neue Bamberger Tabakfabrik Dorn & Co.“ ebenfalls als offene Handelsgesellschaft, welche am 26. Oktober 1923 ins Handelsregister eingetragen wurde. Der Unternehmenszweck dieser Firma war die Produktion von Rauchtabak. Das Unternehmen wurde 1936 durch den Kaufmann Josef Kohn unter dem Firmennamen „Dorn & Co.“ weitergeführt. Ab 1938 übernahm Rosa Kohn die Geschäftsführung.

Als zusätzliches Standbein zur Zigarrenherstellung entstand am 1. Januar 1919 die offene Handelsgesellschaft „Dorn, Krüger & Komp. Maschinenfabrik“. Das Bamberger Unternehmen hatte seinen Sitz in der Jäckstraße 4 und wurde von den Fabrikanten Salomon Dorn, Ignaz Kohn sowie dem Ingenieur Bernhard Krüger geleitet. Als Gegenstand des Betriebes war die Herstellung von Maschinen, Automobilen und Maschinenteilen sowie die Reparatur von Maschinen und Kraftfahrzeugen angegeben. Am 2. August 1919 erfolgte die Eintragung in das Handelsregister. Bernhard Krüger trat am 14. April 1920 aus der Firma aus. Kurz darauf gründete er gemeinsam mit neuen Partnern die „Maschinenfabrik Kulmbach Aktiengesellschaft“.

Im März 1922 wurde die offene Handelsgesellschaft nach Krügers Ausscheiden in „Dorko-Werk, Dorn & Komp.“ umbenannt; der Name „Dorko“ entstand durch die Kombination der Nachnamen Dorn und Kohn. Salomon Dorn wurde zudem Anteilseigner sowie Mitglied des Aufsichtsrats der im Juni 1922 gegründeten Fürther „Julius Höflich Kraftfahrwerk Aktiengesellschaft“, welche Kraftfahrräder herstellte. Ignaz Kohn trat im September 1923 ebenfalls dessen Aufsichtsrat bei. (siehe Juhö) 

Patentanmeldungen belegen, dass das Unternehmen „Dorko-Werk, Dorn & Komp.“ (gelegentlich auch als „Co.“ anstelle von „Komp.“ bezeichnet) in dieser Zeit mit der Entwicklung und Herstellung von Produkten wie Wechselgetrieben für Fahrzeuge befasst war.

Um während der fortschreitenden Hyperinflation im Jahr 1923 weiterhin Löhne zahlen und den Betrieb aufrecht erhalten zu können, musste die Firma „Dorko-Werk, Dorn & Komp.“ für ihre Belegschaft firmeneigene Ersatzgeld-Gutscheine ausgeben. Die Gutscheine trugen den Firmennamen und zeigten einen stilisiert dargestellten Einbaumotor.

Zur Erweiterung der finanziellen Grundlage des Unternehmens erfolgte am 7. November 1923 die Umfirmierung in die „Dorko-Werk Aktiengesellschaft“, welche am 14. Januar 1924 ins Handelsregister eingetragen wurde. Als Vorstand wurden der Fabrikant Salomon Dorn sowie der Bamberger Fabrikant Fritz Weiß bestellt. Der Unternehmenszweck umfasste die Herstellung und den Vertrieb von Automobil- und Motorradmotoren, deren Zubehörteilen, Werkzeugmaschinen sowie ähnlichen Produkten. Das Grundkapital der Gesellschaft betrug 5 Millionen Mark. Salomon Dorn und Ignaz Kohn brachten das zuvor unter „Dorko-Werk Dorn & Komp.“ geführte Geschäft inklusive des Rechts zur Firmenfortführung sowie verschiedene Grundstücke in die Aktiengesellschaft ein. Die Gründer der Aktiengesellschaft waren:

Der Aufsichtsrat war besetzt mit:

Auch zwei Geschäftsführer der „Julius Höflich Kraftfahrwerk AG“ waren bei der „Dorko-Werk AG“ beteiligt, wodurch eine direkte Verbindung zwischen beiden Unternehmen bestand.

Im Rahmen der neu gegründeten Aktiengesellschaft wurden neben Getrieben nun auch Viertakt-Einbaumotoren angeboten, die über eine Steuerleistung von 0,748 PS sowie eine effektive Leistung von 2,5 PS verfügten. Es ist davon auszugehen, dass diese Motoren in den Fürther „Juhö“-Motorrädern eingesetzt wurden. Der Hubraum des Motors betrug etwa 196 ccm, wodurch die Fahrzeuge steuerfrei geführt werden konnten. Die Konstruktion war denen gängiger Einbaumotoren, wie beispielsweise von Cambra, Charlett, Teco, Gruhn oder Alba, angelehnt.

Einen Monat nach Einleitung des Konkursverfahrens über die „Julius Höflich Kraftfahrwerk AG“ wurde am 22. Juli 1924 das Konkursverfahren bezüglich des Vermögens der „Dorko-Werk AG“ eröffnet, nachdem eine zuvor abgeschlossene Geschäftsaufsicht aufgehoben worden war. Nach Abschluss der Schlussverteilung der Konkursmasse erfolgte im August 1929 die Aufhebung des Verfahrens.

Es ist davon auszugehen, dass die Fertigung der Motoren und Getriebe nach dem eröffneten Konkurs unter der alleinigen Leitung von Fritz Weiß unter dem Firmennamen „Dorko-Werk (Maschinen- und Motorenfabrik)“ fortgeführt wurde, da im Zuge dieser Recherche ab 1924 keine weiteren Hinweise auf die Dorko-Aktiengesellschaft gefunden wurden.

Vermutlich verlegte man auch die Produktion der „Juhö“-Motorräder sowie ihrer Ersatzteile nach Bamberg. Das „Juhö“-Zweitaktmodell „ZM“ mit 3,5 bis 4 PS und etwa 330 ccm Hubraum blieb weitgehend unverändert; im Wesentlichen erhielt es lediglich den neuen Markennamen „D.W.B.“ (Dorko-Werk, Bamberg).

Das 2,5 PS starke „Juhö“-Viertaktmodell mit einem Hubraum von 196 ccm wurde im Laufe der Zeit technisch weiterentwickelt und ebenfalls unter dem Markennamen „D.W.B.“ verkauft. In der letzten Version besaß es eine moderne Parallelogrammgabel mit Zentralfeder am Vorderrad. Der Motor war mit einem praktischen Dreigang-Wechselgetriebe gekoppelt, das sich einfach vom Bereich des Tanks aus bedienen ließ. Am Hinterrad sorgten zwei Klotzbremsen für die nötige Bremskraft an der Antriebsfelge. Im Jahr 1925 wurde dieses Modell in Werbeanzeigen zu einem Preis von 850 Reichsmark angeboten.

Der verwendete Viertaktmotor wurde im Jahr 1926 auf einen Hubraum von etwa 183 ccm und damit auf 0,70 Steuer-PS reduziert. Somit konnte das Fahrzeug weiterhin der steuerfreien Klasse zugeordnet werden, da sich die entsprechenden Steuergesetze geändert hatten.

In Werbeanzeigen aus dem Jahr 1925 wird Adolf Horschelt als Generalvertreter der „D.W.B.“-Motorräder genannt. Seine Geschäftsadresse befand sich am Gangolfsweg in Bamberg. Bereits im Juli des Vorjahres wurde über dessen Vermögen die Geschäftsaufsicht angeordnet, die jedoch kurze Zeit später wieder aufgehoben wurde. Horschelt war im Handel mit Maschinen und Kraftfahrzeugen tätig. Aufgrund anhaltender finanzieller Schwierigkeiten beging der 34-jährige Horschelt im März 1929 am Rennsteig Suizid.

Mit den „D.W.B.“-Motorradmodellen wurden im sportlichen Bereich überwiegend Zuverlässigkeitsfahrten absolviert. Am 9. August 1925 konnte eine D.W.B.-Maschine im Rahmen der dritten Oberfränkischen ADAC-Zuverlässigkeitsfahrt am Würgauer Berg sowohl den Sieg in der Bergprüfung als auch in der Gesamtwertung erzielen. Am 22. August 1926 trug die Landesgruppe Bayern des Deutschen Motorradfahrer-Verband die Bayerische Bergmeisterschaft am Weißmarterberg bei Neumarkt in der Oberpfalz aus, bei welcher der Bamberger Reisser in der Junioren-Klasse bis 175 ccm Hubraum siegte und Weiss, ebenfalls aus Bamberg, auf dem zweiten Platz folgte. Auch bei der sechsten Fränkischen Zuverlässigkeitsfahrt im September 1925 trat Chr. Reisser auf einer D.W.B. in der Juniorenklasse bis 175 ccm an und erreichte den dritten Platz.

Im Jahr 1926 wurden beide produzierten D.W.B.-Motoren auch einzeln angeboten. Zusätzlich standen Zwei- und Dreiganggetriebe mit und ohne Kupplung zur Verfügung. Ersatzteile für „Juhö“-Motorräder konnten ebenfalls vom „Dorko-Werk“ erworben werden.

Am 2. November 1927 wurde über das Vermögen der Firma „Dorko-Werk (Maschinen- und Motorenfabrik)“ das Konkursverfahren eröffnet. Aufgrund fehlender Masse stellte man aber das Verfahren im Dezember 1927 ein; damit endete die Geschäftstätigkeit des Unternehmens.

 

(Zusammengestellt von: Helmut Kraus. Mai 2026)

Quellen:

(1)   Deutscher Reichsanzeiger, 1918-1938

(2)   Hamburger Fremdenblatt, 1932

(3)   Doktorarbeit von Julia Dorst, bzw. Brachs

(4)   Hoppenstedt, Handbuch der deutschen Aktiengesellschaften, 1924

(5)   Rosenheimer Anzeiger, 1924

(6)   Anzeiger vom Oberland, 1929

(7)   Auto-Markt, 1926

(8)   Motor und Sport, 1926

(9)   Dresdner Nachrichten, 1927

(10) Berliner Börsen-Zeitung, 1924-1927

(11) Münchner Neueste Nachrichten, 1925-1927


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