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Zehner

Informationen zum Hersteller

 

Emil Zehner

Suhl, Schlauchgarten 12                                                       (August 1920 – ca. 1932)

 

„Zehner“-Motorräder wurden von der Metallwarenfabrik „Emil Zehner“ hergestellt. Das Unternehmen ging durch Umbenennung im August 1920 aus der Firma „Emil Zehner, Inhaber Wilhelm Zehner“ hervor, die im Dezember 1917 entstanden war. Persönlich haftender Gesellschafter war Albert Zehner. Als Mitgesellschafter war Wilhelm Zehner notiert. Zunächst beschäftigte sich die Firma „Emil Zehner“ mit der Entwicklung und Herstellung von Pistolen und Gewehren. Dazu wurden mehrere Patente beantragt. Des Weiteren war die Firma um 1925 als Spiralbohrer- und Schraubenfabrik sowie als Tempergießerei eingetragen. Für ihre produzierten Pistolen ließen sie den Markennamen „Zehna“ rechtlich schützen.

Präsentiert wurde ein eigenes Motorradmodell im Mai 1924 auf der Stuttgarter Motorrad-Sport-Ausstellung. Nachdem das Unternehmen eine eigene Gießerei besaß, war es relativ einfach auch Motorenteile nach eigenen Vorgaben anzufertigen. So verfolgte man das Konzept, seitengesteuerte 200er Viertaktmotoren nach Vorlage von Alba, Gruhn und ähnlichen Motorenherstellern umzukonstruieren, in dem man zusätzliche Funktionselemente wie einem Kickstarter und einen Ölpumpenantrieb in das Motorengehäuse integrierte. Der so entstandene Motor war in dem Kraftrad leicht nach vorne geneigt in einem Stahlrohrrahmen montiert. Eine Parallelogrammgabel federte das Vorderrad ab. Die Motorleistung wurde über ein mehrstufiges Getriebe und einen Riemen an das Hinterrad übertragen. 

Bisweilen waren die Zehner-Motorräder auch in den Platzierungslisten bei sportlichen Wettbewerben zu finden. So beispielsweise im Juli 1924 beim Rennen „Rund um den Adlersberg“ in Suhl, bei dem Otto Dehne einen Sieg in der Klasse IIa erzielen konnte. Im gleichen Monat fuhr der Suhler E. Roth in der Klasse Ib bei der „Bergprüfung am Ettersberg“ bei Weimar auf den zweiten Platz. Bei der „Gabelbach-Prüfungsfahrt“ im August 1924 siegte Franz Kerner aus Suhl in der Klasse bis 0,75 Steuer-PS. Im Juli des folgenden Jahres erzielt dort der Suhler Otto Keßler auf einem Zehner-Motorrad den zweiten Platz in der Klasse bis 200 ccm Hubraum.

Auch wenn Emil Zehner bis etwa 1932 im Suhler Adressbuch als Motorradfabrik geführt wurde, dürften nur noch sehr wenige Exemplare nach 1925 gebaut worden sein.

 

(Zusammengestellt von: Helmut Kraus. Januar 2026)

Quellen:

(1)   Deutscher Reichsanzeiger, 1909, 1919-1934

(2)   Berliner Börsen-Zeitung, 1909, 1920

(3)   Adressbuch Suhl, 1925, 1928, 1932

(4)   Der Motorfahrer, 1924

(5)   Leipziger Tageblatt, 1924

(6)   Schwäbischer Merkur, 1924

(7)   Süddeutsche Zeitung, 1925

(8)   Münchner neueste Nachrichten, 1925

(9)   Allgemeine Sport Zeitung, 1925


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