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Welt-Rad

Informationen zum Hersteller

Die Firma Metall-Industrie Schönebeck AG in Schönebeck an der Elbe richtete im Jahre 1901 in ihrem Werk, in dem seit 1885 Fahrräder gebaut wurden, eine Abteilung Motorradfertigung ein. Diesen Weg beschritten um die Jahrhundertwende viele Fahrradfabriken. Da die Motorräder jener Zeit im äußeren Aufbau alle mehr oder weniger den Fahrrädern glichen, hatten die Fahrradhersteller die meisten Erfahrungen in Bezug auf den Bau stabiler Rahmen für Fahr- und Motorräder. Die Motoren wurden meist einbaufertig von anderen Fabriken übernommen. Anzani, Peugeot, Minerva, Zedel, Motosacoche u.a. lieferten zu Beginn unseres Jahrhunderts solche Einbaumotoren. Die Konstrukteure des Welt-Rad gingen aber eigene Wege und entwarfen selbst einen Motor, der als sehr glattflächig angesprochen werden muss. Der Viertakt-Einzylinder mit seitlichen stehenden Ventilen war mit einem Spritzvergaser ausgerüstet. Die Motorleistung betrug 3 PS. Auch hinsichtlich des Fahrgestells suchte man nach neuen Lösungen. Der geschlossene Einrohrrahmen war in seiner Linienführung etwas bizarr, aber sehr verwindungssteif. In die einzelnen Räume des Fachwerkrahmens wurden Motor, Kraftstoff- und Öltank sowie Werkzeugbehälter eingehängt. Da der Vertikalmotor weit vorn eingebaut war, ergab sich eine respektable Länge des Keilriemens, der ohne Zwischenschaltung von Kupplung und Getriebe die Kraft des Motors von der Kurbelwelle auf die Riemenfelge des Hinterrades übertrug. Diese Motoranordnung sorgte aber bei dem großen Radstand für eine gute Straßenlage. Der Sattel war auch nicht wie zu jener Zeit üblich über dem Hinterrad, sondern über dem hinteren Rahmendreieck angebracht. Die Hauptgabel des Vorderrades stützte sich gegen eine schwächere Gegengabel ab. Alle Details waren am Welt-Rad sorgfältig verarbeitet. 1904 beschickte die Schönebecker Firma die Weltausstellung in St. Louis (USA), wo das Welt-Rad als einziges deutsches Motorrad prämiert wurde. Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung 1905 in Budapest errang das Modell I mit dem „Großen Diplom“ seine höchste Auszeichnung. Obwohl das vor 110 Jahren wirklich einmalige Anerkennungen waren, obwohl das Welt-Rad in konstruktiven Details aus der Masse der motorisierten Zweiräder der damaligen Zeit herausragte, hielt es sich nicht lange auf der Bildfläche. Nur noch „Edelbastler“ und „Motorschatzsucher“ wissen heute noch etwas von diesem Fabrikat.

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