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Turul

Informationen zum Hersteller

 

Rudolf Frankovszky                                                      (Anfang 1927 – Anfang 1928)

München, Kantstraße 7                                                      

München, Hanselmannstraße 16

 

Eine kaum bekannte Marke war die „Turul“ aus München. Gebaut wurden diese Motorräder ab etwa März 1927 bis etwa Januar 1928 von der Firma „Rudolf Frankovszky“, die im September 1927 in das Handelsregister eingetragen wurde. Zum Verkauf war ein Geschäftslokal in der Kantstraße 7 angemietet. Die angebotenen Hubraumgrößen der Zweiräder reichten von 122 ccm, über 147 ccm, 172 ccm und 250 ccm bis 350 ccm; die Motoren wurden vom englischen Zweitaktmotoren-Spezialisten Villiers geliefert. In der Ausstattung war ein Dreigang-Getriebe und eine elektrische Lichtanlage enthalten. Sportlich konnte man die Zweiräder in lokalen Rennen wie beispielsweise im November 1927 auf der Aiblinger Makadambahn finden, bei dem der Fahrer Gailer auf einer Turul-Villiers in der Klasse bis 350 ccm teilnahm und Klassensieger in der Klubmeisterschaft wurde. Die Geschäftstätigkeit dieser Firma endete vermutlich bereits im Januar 1928.

Frankovszky war zudem Generalimporteur der Villiers-Motoren für den Bereich Süddeutschland, wobei man dort sogar den damals seltenen Zweizylinder-Pullman Villiers-Motor besichtigen konnte.

Bevor er selbst Motorräder anbot, offerierte er im Herbst 1925 bis Mitte 1926 neben den Villiers-Motoren auch Antriebsaggregate von JAP, Blackburne und Barr & Stroud. Weitere Komponenten wie Getriebe verschiedener englischer Hersteller, Vergaser, Rahmensätze, Federgabeln, Bremsnaben, Felgen und Ölpumpen waren ebenso erhältlich. Dies war unter anderem für Kunden gedacht, die einen Selbstbau von Motorfahrzeugen beabsichtigten.

Frankovszky hatte bereits ab Mai 1923 ein Geschäft mit dem Firmennamen „F.Y. Motorrad-Armaturen-GmbH“ unter seiner privaten Wohnadresse in der Hanselmannstraße 16 betrieben, mit dem Vorhaben Motorräder, Motorradarmaturen, Kleinautos und andere Kraftfahrzeuge herzustellen und zu verkaufen. Mitgesellschafter war hier der Kaufmann Hans Ebner aus der Wiener Neustadt. Das gleiche Geschäftsziel hatte auch das vorher, seit etwa 1920 auf den Namen „Rudolf Frankovszky“ geführte Unternehmen in der Kantstraße, aus dem diese neue GmbH entstand. Frankovszky nahm in diesem Zusammenhang bereits im September 1923 mit einem Motorrad der Marke „Kuruc“ an der Ruselbergfahrt teil und erreichte dort in der Klasse bis 350 ccm Hubraum den zweiten Platz.

 

(Zusammengestellt von: Helmut Kraus. Januar 2026)

Quellen:

(1)   Münchner neueste Nachrichten, 1923-1927

(2)   Adressbuch München, 1920-28

(3)   Allgemeine Zeitung, 1924

(4)   Deutscher Reichsanzeiger, 1923-1928

(5)   Stuttgarter neues Tagblatt, 1923

(6)   Karlsruher Tagblatt, 1923


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