Sticherling
Informationen zum Hersteller
Kraftfahrzeugwerke W. Sticherling & Co.
Egeln (Bezirk Magdeburg) (Januar 1920 – 1924)
Am 16. August 1919 wurde die Firma „Werner Sticherling“ mit Sitz in Egeln in das Handelsregister eingetragen, Inhaber war der Kaufmann Werner Sticherling. Zum 1. Januar 1920 erfolgte die Umfirmierung zur offenen Handelsgesellschaft „W. Sticherling & Co.“; als weiterer Gesellschafter trat der Kaufmann Willy Kyrian dem Unternehmen bei. Dieser schied Anfang 1922 wieder aus der Gesellschaft aus, sodass Werner Sticherling ab diesem Zeitpunkt erneut alleiniger Inhaber war.
Im Frühjahr 1922 bot das Unternehmen leichte Motorradrahmen und Auftragsarbeiten in seiner mechanischen Werkstatt an, die mit Drehmaschinen und anderem Werkzeug ausgestattet war. Ein Jahr später wurde ein steuer- und zulassungsfreies Sticherling-Motorrad beworben. Dieses Modell verfügte über einen gebläsegekühlten 2,5 PS DKW-Motor, ein Zweigang- Getriebe mit Leerlauf und Kickstarter, sowie einen Variat-Vergaser zur Gemischaufbereitung. Wahlweise war das Motorrad auch mit Dreigang-Getriebe und Startvorrichtung erhältlich. Das Fahrgestell bestand aus einem geschlossenen Rahmen und einer Pendelgabel für die Federung des Vorderrads. Die Kraft wurde über einen Riemen vom Motor auf das Hinterrad übertragen. Der Vertrieb erfolgte unter anderem über die Generalvertretung von Ingenieur Günther Farwig in Halle, die ab etwa 1924 von Walter Knoche übernommen wurde. Für die Regionen Württemberg, Baden und Hohenzollern war das Leichtmotorrad bei der Fahrzeughandlung von Hans Schinzinger in Stuttgart erhältlich. In Westfalen und Lippe vertrat Walter Darkow in Bielefeld die Motorradmarke.
Sticherling-Motorräder tauchten bei Wettbewerben beispielsweise in der Teilnehmerliste der ADAC-Reichsfahrt von 1923 auf. In der Klasse bis 150 ccm Hubraum traten neben dem Firmeninhaber auch der Generalvertreter Günther Farwig aus Halle sowie Richard Dalchow und Werner Wirth aus Egeln an. Dalchow belegte unter den Privatfahrern den elften Platz, während Wirth einen beachtlichen siebten Rang erreichte. Auch Werner Sticherling erzielte als Industrievertreter eine ähnlich gute Platzierung. Im Rahmen des Motorradrennens beim Wuppertaler Automobilrennen am 19. August 1923 erschien die Firma Sticherling ebenfalls auf der Nennungsliste. Beim DMV-Kraftradrennen in Hannover am 27. April 1924 konnte der erst 16-jährige Zymolka in der Fachklasse bis 150 ccm den zehnten Platz erringen, während Schneider in derselben Hubraumklasse der Laien den 19. Platz erreichte.
(Zusammengestellt von: Helmut Kraus. Februar 2026)
Quellen:
(1) Deutscher Reichsanzeiger, 1919-1922
(2) Illustrierte Motorzeitung, 1922
(3) Anzeiger vom Oberland, 1923
(4) Württemberger Zeitung, 1923
(5) Kölnische Zeitung, 1923
(6) Süddeutsche Zeitung, 1923
(7) Stuttgarter neues Tagblatt, 1923
(8) Hallische Nachrichten, 1923-1924
(9) Duisburger General-Anzeiger, 1923
(10) Der Motorfahrer, 1924
(11) Westfälische Zeitung, 1924
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