RVB
Informationen zum Hersteller
R.V.B.
Richard Vögtle
Linienstraße 41
Berlin (um 1922)
Die Mechaniker Richard Vögtle und Richard Pielmann betreiben 1920 in der Berliner Linienstraße 41 eine mechanische Werkstatt. Zum Angebot zählen neben Werkstattleistungen auch Autozubehör und Motorräder. Ab 1921 führt Richard Vögtle das Unternehmen unter seinem Namen als Einzelfirma weiter.
Im Mai 1922 bewirbt Vögtle das R.V.B.-Leichtmotorrad (Richard Vögtle Berlin). Das in eigener Werkstatt gefertigte Zweirad verfügt über einen 1,5-PS-Viertaktmotor sowie Riemenantrieb und Kupplung.
Bereits einen Monat später sind Nennungen einer R.V.B.-Maschine für Rennveranstaltungen belegt: zunächst für das Avus-Rennen in der Klasse bis 3,8 ADAC-PS beziehungsweise bis 500 ccm, später für das Motorradrennen auf der Olympiabahn in Berlin. Auch für das Motorradrennen auf der Opelbahn im August ist eine R.V.B. verzeichnet. Ergebnisse dieser Marke sind für keinen dieser Wettbewerbe überliefert.
Ein Jahr später ist Vögtles dritter Platz beim Großen Frühlingspreis anlässlich der Rad- und Motorradrennen im Deutschen Stadion zu Berlin in der Klasse bis 500 ccm dokumentiert. Zugleich handelt es sich um den letzten nachweisbaren Renneinsatz einer R.V.B.; 1924 startet Vögtle auf Maschinen von Zenith und Excelsior.
1926 wird der Firmensitz in die Neue Königstraße 4 verlegt. Motorradhandel und Werkstattbetrieb bleiben die Schwerpunkte der geschäftlichen Tätigkeit. Noch 1939 ist Richard Vögtle unter dieser Anschrift nachweisbar.
Zusammengestellt von Frank Grüneboom, Mai 2026.
Quellen
Adressbuch Berlin, 1920–1926, 1939
Berliner Tagblatt, 1922–1924
Das Motorrad, 1922
Karlsruher Tagblatt, 1924
Münchner Neueste Nachrichten, 1922
Saale-Zeitung, 1923
Stuttgarter Neues Tagblatt, 1922–1923
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