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Motosacoche

Informationen zum Hersteller

1901 erhielten die Brüder Henri und Armand Dufaux in Genf auf ihre „Motosacoche“ (Motortasche) ein Patent. Die Motortasche war ein kleiner Viertaktmotor von 215 cm³ Hubraum. Mit den anderen Aggregatteilen und dem Kraftstoffbehälter in einem leichten Dreieckrahmen zusammengefasst, konnte die Motortasche in jedes Fahrrad gehängt werden. Diese originelle Lösung gab der um die Jahrhundertwende beginnenden Motorisierung viel Aufschwung. Sehr bald wurden dann vollständige Motorräder bei Motosacoche gebaut. 1905 gab es bei MAG einen siebenzylindrigen Sternmotor im Hinterrad, ab 1906 wurden dann hauptsächlich Ein- und Zweizylindermaschinen gefertigt. Das große Beiwagenmodell 2 C 8 von 1914 wurde „Autosacoche“ genannt und hatte einen V-Zweizylindermotor von 72 mm Bohrung und 91 mm Hub. In den zwanziger Jahren bot Genf eine große Palette von Touren-, Sport- und Luxusmaschinen aller Kubaturen. So konnten die Käufer zwischen gegengesteuerten Einzylindern von 250 bis 500 cm³ sowie Zweizylindern von 600 bis 1000 cm³ wählen. Dazu gab es kopfgesteuerte 350- und 500-cm³-Einzylindermodelle. Zwei der berühmtesten und schönsten MAG-Motoren jener Zeit waren der gegengesteuerte 750er V-Zweizylinder von 19 PS und der kopfgesteuerte 500er Einzylinder von 22 PS. Unverkennbare MAG-Linien zeigte auch der spätere seitengesteuerte 850er Zweizylinder (72 mm Bohrung, 104 mm Hub) von 25 PS. In vielen exklusiven Reisemaschinen anderer Fabrikate fand sich dieser bullige, sonor brummende V-Motor wieder. Die von Motosacoche fabrizierten Motoren in der bekannten Schweizer Uhrmacher-Qualität wurden in immer stärkerem Maße auch von anderen europäischen Motorradwerken übernommen. So lieferten MAG zwei Jahrzehnte lang Einbaumotore u.a. für die deutschen Firmen Standard, Triumph, Imperia, OD, Bücker, Neander, Mars und Ernst sowie für die englischen Marken Brough-Superior, Matchless, Rex-Acme und Ariel. Als 1927 der englische Konstrukteur Dougal Marchant zu Motosacoche kam, wurden auch neue Rennmotore entwickelt, die bald weltberühmt wurden. Die Fabrikfahrer von Motosacoche und den Firmen, die mit MAG durch Lizenzverträge verbunden waren, erhielten 350- und 500-cm³-OHC-Königswellenmotore, während für die internationalen Privatfahrer sehr schnelle OHV-Maschinen bereitgestellt wurden. Auch die Königswellenmotoren waren Langhuber. Mit Motosacoches „Fliegenden Bananen“ (so genannt wegen ihrer Tankform und der olivgrünen Farbe) gewann Wal Handley 1928 in Meyrin bei Genf die Europameisterschaft der 350- und 500-cm³-Klasse, Aber auch Franconi, Oilter, Simcock und andere konnten für das Genfer Werk viele Große Preise gewinnen. 1929 fuhr der Konstrukteur Marchant mit einer 250er Motosacoche auf der Bahn von Monthléry den 100-km-Weltrekord mit einem Durchschnitt von 152,63 km/h.

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