Halumo
Informationen zum Hersteller
Herold
A. Burghart
Trogerstraße 19, München
(1921)
Kobold
A. Burghart
Trogerstraße 19, München
(1921)
Kobold Klein-Motoren-Gesellschaft mbH
Trogerstraße 19, München
(ab 05.07.1922)
Kobold Kleinmotorenbau GmbH
Lilienstraße 16, München
(1923/1924)
Halumo
Haselmayr & Luber Kleinmotorenbau GmbH
Mozartstraße 13, München
(ab 26.02.1924)
Die alteingesessene Kupferschmiede und Bauspenglerei A. Burghart (mind. 1893) ist in der Münchener Trogerstraße 19 ansässig. Etwa zum Jahreswechsel 1920 / 1921 finden sich im Buch von Curt Hanfland, "Der Fahrradhilfsmotor, seine Konstruktion und Anwendung", Angaben zum Herold Hilfsmotor. Ein stehend verbauter Viertakt-OHV-Motor mit einem Hub von 60 mm und einer Bohrung von 50 mm, dies entspricht ca. 118 ccm Hubraum bzw. 0,8 ADAC-PS. Die Bremsleistung wird mit 1 PS angegeben. Interessant ist, dass die beiden Ventile über eine Nocke mittels einer Stösselstange von oben gesteuert werden. Der Bosch-Magnet liegt schräg vor dem Zylinder und wird über ein gekapseltes Rädergehäuse angetrieben. Ein Gaetzin Vergaser ist hinter dem Zylinder montiert, direkt daneben befindet sich der Auslass. Die Kraft wird mittels Riemen oder einer Stahlspirale auf das Hinterrad übertragen. Der Tank fasst 2,5 Liter Benzin und 0,5 Liter Öl. Zwei Abbildungen eines Fahrzeugs mit diesem Motor zeigen eine Kurzschwinge zur Dämpfung des Vorderrades, diese ähnelt dem Hella Zweirad von 1922.
Anzunehmen ist, dass es Schwierigkeiten mit der Verwendung des Namens „Herold“ gab oder man einen anderen Namen bevorzugte, denn im April 1921 wirbt das Unternehmen für sein nun als „Kobold“ H.M. Kleinmotor bezeichnetes Antriebsaggregat. Der Motor soll in „jedes Fahrrad“ leicht einzubauen sein. Zeitgleich erfolgt die Beantragung des Warenzeichens „Kobold“. Unter diesem Namen soll nun die Herstellung und der Vertrieb von Fahrradhilfsmotoren und Motorfahrrädern erfolgen. Martin Burghart, lässt einen Monat später eine „Hilfsmotorbefestigung an Fahrrädern“ als Gebrauchsmuster eintragen. Ende des Jahres verstirbt der Firmeninhaber Andreas Burghart.
Die „Kobold Klein-Motoren-Gesellschaft mbH“ mit Sitz in München, wird im Juli 1922 vom Ingenieur Franz Xaver Haselmayr und dem Geschäftsinhaber Martin Burghart gegründet. Gegenstand des neuen Unternehmens ist die Herstellung und der Vertrieb von Kleinmotoren und Kleinkrafträdern. Der Firmensitz befindet sich weiterhin an der Trogerstraße 19, an der nun Martin Burghart die Kupferschmiede und Bauspenglerei betreibt.
Der Kobold Fahrrad-Einbaumotor, dessen Ventile von oben gesteuert werden, wird nun mit einer Leistung von 1,5 PS angeboten. Dieser Motor wurde wohl auch von „Vomo“ verbaut.
Bereits im Januar 1923 bietet man ein komplettes Kleinkraftrad an, dieses ist wahlweise mit einem Zweiganggetriebe und Leerlauf bzw. ohne Getriebe erhältlich. Das Kobold Leichtmotorrad verfügt über einen geschlossenen Stahlrohrahmen, Riemenantrieb und eine moderne Pendelgabel mit Zentralfeder. Die GmbH verlegt ihren Firmensitz im Jahr 1923 in die Lilienstraße 16 und wird in Werbeanzeigen dann als „Kobold Kleinmotorenbau GmbH“ benannt.
Siegreich ist eine „Kobold“ im November 1923 bei der „Winterfahrt am Schäftlarner Berg“, Huber gewann die 150er Klasse der Industriefahrer. Im Mai 1923 nannte Alois Schreiber auf einer 148 ccm Kobold beim „Badner Meeting“ und im September startetet eine „Kobold“ beim Rad- und Motorrad-Derby in Daglfing.
Martin Burghart verlässt das Unternehmen im Februar 1924. Neben Haselmayr wird der Elektrotechniker Josef Luber neuer Geschäftsführer. Die in „Haselmayr & Luber Kleinmotorenbau GmbH“ umbenannte Firma verlegt den Firmensitz erneut, diesmal in die Mozartstraße 13, in der Josef Luber bereits eine elektrotechnische Werkstätte betreibt.
Abgeleitet aus dem Firmennamen „Haselmayr & Luber Kleinmotorenbau GmbH“ vertreibt man unter der Marke „Halumo“ das leicht modifizierte Kleinkraftrad des Vorjahres. So ist nun eine Parallelogramm-Gabel montiert, unverändert liegt der Auslass hinten am Zylinder, der Krümmer ist gerade geführt und wird erst auf Höhe der Sattelstrebe senkrecht nach unten Richtung Schalldämpfer gelenkt. Das Zweirad ist weiterhin mit Trittbrettern und Werkzeugkästen ausgestattet. Zwei steuerfreie Modelle stehen zur Auswahl:
Type B
1,5 PS Viertakt, Zweiganggetriebe
Type C
2,5 PS Viertakt, Zweiganggetriebe, Kupplung und Kickstarter, 0,745 Steuer-PS, 195 ccm Hubraum bei 60 mm Bohrung und 69 mm Hub, halbautomatische Ölpumpe, Vorderradnabenbremse und Hinterradbremse, ca. 60 km Höchstgeschwindigkeit, UH-Magnet über Zahnradantrieb, Zefan-Vergaser, Benzintank für 5 Liter Benzin und 1,8 Liter Öl, der Benzinverbrauch liegt bei 1,7 Litern, das Fahrzeuggewicht beträgt 55 kg.
Im April 1925 bietet man zusätzlich zu diesen beiden Motorrädern auch Halumo-Fahrräder an. Wie lange die Firma aktiv bleibt, ist leider nicht dokumentiert, ein Indiz könnte hier das Adressbuch von München aus dem Jahr 1926 sein, in dem die Firma letztmalig erwähnt wird.
(Zusammengestellt von Frank Grüneboom, Februar 1926)
Quellen:
Adressbücher München 1893, 1905, 1912, 1914, 1921-1927
Auto-Markt Pössneck 1924
Deutscher Reichsanzeiger 1921, 1922
Hanfland, Curt; Der Fahrradhilfsmotor, seine Konstruktion und Anwendung 1921
Münchener neueste Nachrichten 1921-1925
Prospekt „Halumo“ - undatiert
Werbeanzeige – undatiert
Wiener Sporttagblatt 1923
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