Fubo
Informationen zum Hersteller
FUBO
Fuchs & Börner OHG
Automobilhandlung und Reparaturwerkstätte
Falkertstraße 71, Stuttgart
(1. Juli 1919 – 18. August 1928)
Die Automobilhandlung und Reparaturwerkstätte „Fuchs & Börner OHG“ wird im Juli 1919 in Stuttgart von dem Kaufmann Karl Fuchs und dem Mechaniker August Börner gegründet. Die Eintragung in das Handelsregister erfolgt am 31. Dezember 1921.
Im Juni 1923 tritt das Unternehmen als Herstellerin des FUBO-Leichtkraftrads in Erscheinung, das mit einem 1-PS-Cockerell-Zweitaktmotor ausgestattet ist (siehe Cockerell). Für denselben Monat ist eine Teilnahme an der Bergprüfungsfahrt Stuttgart-Solitude belegt; FUBO-Maschinen erreichen dabei zwei erste sowie je einen dritten, vierten und fünften Platz. Als Fahrer werden Fritz Kaiser, Karl Baisch, Margarete Hedwig, Frau M. Winkler und Frl. M. Keller genannt. Bereits in einer Siegerliste vom Mai 1923 erscheint bei der Veranstaltung „Rund um Stuttgart“ ein FUBO-Leichtkraftrad. In der Klasse bis 0,75 Steuer-PS der Kleinkrafträder mit Tretvorrichtung siegt Karl Baisch; den vierten und fünften Platz belegen K. Schmid und Fritz Kaiser.
Für Juli 1923 ist bei der „Bergprüfungsfahrt Malsch-Freiolsheim“ ein weiterer Wettbewerbserfolg nachweisbar; Köhler belegt dort den ersten Platz.
Das FUBO-Leichtkraftrad wird im Juli 1923 sowohl als Damen- als auch als Herrenrad angeboten. Ab Oktober ergänzt eine weitere Motorausführung mit 2,5-PS-Zweitaktmotor das Programm. Dieses Modell wird im Verlauf des Jahres 1924 auch unter der Bezeichnung FUBO-Sport geführt. Es verfügt über zwei Gänge, Kupplung, Kickstarter und Leerlauf. Ein eindeutiger Nachweis für den Hersteller des verbauten Motors liegt nicht vor. Aufgrund einer Händleranzeige aus dem Jahr 1925 ist jedoch zu vermuten, dass es sich um einen luftgekühlten DKW-Einbaumotor mit Ventilator handelte. Im Mai 1924 stellt Fuchs & Börner seine Erzeugnisse auf der Motorrad-Sport-Ausstellung in Stuttgart aus; Werbeanzeigen für die FUBO-Leichtkrafträder sind noch bis Oktober 1924 nachweisbar.
Auch für die folgenden Wettbewerbe sind weitere Erfolge belegt. Erich Blind erreicht 1924 bei der Solitude-Bergprüfung den neunten Platz; Frl. Else Blind wird Dreizehnte. Im selben Jahr setzt Erich Blind eine „FUBO-Sport“ bei der 3. Bergprüfungsfahrt an der Pforte des Schwarzwalds ein und erzielt den dritten Platz in der Klasse bis 150 ccm.
Für das Jahr 1924 sind ferner die Siege von Fritz Thiel (Privatfahrer) und Erich Blind (Industriefahrer) beim 1. Burrenwald-Rennen von Biberach nach Schammach in der Hubraumklasse bis 150 ccm belegt. Else Blind absolviert im Oktober desselben Jahres als Dritte in der Klasse bis 0,75 Steuer-PS die Betriebsstoffverbrauchsprüfung des Motorradclubs Stuttgart.
(Anmerkung: Erich Blind fährt im Folgenden auf „Klotz“ und später auf „UT“.)
Die Verbreitung der Modelle ist bislang nur regional nachweisbar. Wiederholt in Zeitungen annoncierte gebrauchte Maschinen deuten jedoch darauf hin, dass eine gewisse Zahl von Zweirädern produziert worden ist.
Im Automobilhandel vertritt die Fuchs & Börner OHG in den Jahren 1921/1922 die Produkte der Firma „Falcon-Automobilwerk“. Mitte 1922 übernimmt sie darüber hinaus für Württemberg und Hohenzollern die Generalvertretung für Lastwagen der Nürnberger-Hercules-Werke AG. Im Juni 1923 kommt die Generalvertretung der Ansaldo-Automobilwerke aus Turin hinzu; deren Produkte vertreibt das Unternehmen noch bis 1927.
Der Handel mit Lastwagen wird noch bis 1928 betrieben; im August desselben Jahres wird ein Vergleichsverfahren eingeleitet. Dieses mündet in einen Konkurs, der erst mit der Schlussverteilung und der Löschung der Firma im Dezember 1931 abgeschlossen ist.
Zusammengestellt von Frank Grüneboom, Mai 2026.
Quellen
Anzeiger vom Oberland. 1924.
Der Auto-Markt Pössneck. 1924.
Der Rottumbote. 1924.
Deutscher Reichsanzeiger. 1931.
Karlsruher Tagblatt. 1923.
Schwäbischer Merkur. 1922–1923; 1927.
Stuttgarter neues Tagblatt. 1923–1924; 1928.Süddeutsche Zeitung. 1924.
Württemberger Zeitung. 1924–1925.
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