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Boehmerland

Informationen zum Hersteller

Weil die Böhmerland-Motorräder einen ungewöhnlichen Eindruck machten und machen, darf man nicht annehmen, dass sie etwa untaugliche Maschinen gewesen wären. Weit gefehlt, denn selbst bei Zuverlässigkeitsfahrten und Rennen stand die überlange (2,40 m!) Böhmerland ihren Mann. Der Konstrukteur Albin Liebisch selbst fuhr seine Schöpfungen in Wettbewerben und kam zu Erfolgen. Trotzdem war die Böhmerland keine Sportmaschine, sondern ein braves Tourenmodell. Wenn sie auch nur in Kleinserien gebaut wurde, so hatte sie doch einen festen Kreis von Stammkunden. Der besondere Clou war, dass auf der Böhmerland infolge der Ausstattung mit einer Doppelsitzbank und einem Soziussattel drei Personen Platz fanden. Der Einzylindermotor der Böhmerland wurde von Liebisch 1923 konstruiert. Von kleinen Detailverbesserungen abgesehen wurde er nie wesentlich verändert. Der obengesteuerte 600er Motor (79,8 mm Bohrung und 120 mm Hub) gab ursprünglich bei 4000 U/min 16 PS ab. Er wurde später auf 25 PS bei 3600 U/min gebracht, ohne dass äußerlich eine Veränderung wahrzunehmen war. Der Ventilmechanismus blieb ewig ungekapselt. Der Rahmen bestand aus starken Stahlrohren, der Magnet war von Bosch, der Vergaser von Amal, Sattel von Framo-Hainichen, die Ölpumpe von Michalk-Dresden und die Ketten von Coventry oder Duckworth aus England – alles beste Qualität. Das älteste Modell hieß „Touring“, es hatte zwei Kraftstoffbehälter zu beiden Seiten des Hinterrades, dritter Tank in normaler Position auf Wunsch. Dieses Modell hatte den längsten Rahmen aller Böhmerlandtypen. Das spätere „Jubiläums-Modell“ war etwas moderner mit nur einem (normalen) Tank und verkürztem Rahmen. Tourenmodell erreichte 115 km/h, Jubiläumsmodell 130 km/h und eine Rennmaschine (von der nur wenige Stücke mit leichterem Rahmen und getuntem Motor gebaut wurden) 145 km/h. Alle Böhmerland-Maschinen waren mit durchbohrten Vollscheibenrädern ausgestattet, hinter dem Hinterrad befand sich ein großer Reisekoffer. Die schwere Vorderrad-Schwinggabel war sehr verwindungssteif. Die stabilen Böhmerland-Maschinen waren den Landstraßen-Schlaglöchern jener Zeit gegenüber von unübertrefflicher Härte: das Fahrgestell verbog sich nur dann, wenn Mauern oder Telegrafenmasten im Wege waren. Um dem robusten Charakter der Böhmerland etwas heitere Züge zu verleihen, wurde sie nicht nur im grauen Lackgewand, sondern auch in rot und grün geliefert. Die großen Böhmerland-Maschinen wurden bis 1939 gebaut. 1927 versuchte Liebisch, auch ein 350-cm³-Modell auf den Markt zu bringen, bei dem ein Einzylinder-Zweitaktmotor im Rahmen des Jubiläumstyps hing. Dieses billige Modell sollte in Großserie gehen, konnte sich aber gegen die guten tschechoslowakischen Motorräder jener Zeit (Jawa, Praga, Ogar, Walter, CZ, Itar u.a.) nicht durchsetzen. Während die in Schluckenau gefertigten Maschinen in Deutschland unter der Markenbezeichnung „Böhmerland“ liefen, wurden sie in der CSR unter dem Namen „Cechie“ geliefert.

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