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ADY

Informationen zum Hersteller

Anton Ade

München, Theresienstraße 160                                                      (Dezember 1922 – Januar 1923)

Ade, Stadler-Schmutzer & Co.

München, Theresienstraße 160                                                      (Januar 1923 – vermutlich Juli 1923)

 

Eine eher unbekannte Marke war die „ADY“ aus München. Zeitungsannoncen zu diesem Kraftrad findet man im Dezember 1922 unter der Firmenangabe „Anton Ade“, in denen dieses „sparsame und zuverlässige Leichtmotorrad“ beworben wird. Das Zweirad besteht aus einem geschlossenen Stahlrohrrahmen mit geschwungenem Brustrohr. Das Vorderrad ist mit einer Kurzschwingengabel und zentraler, vertikaler Federung ausgeführt. Als Antrieb dient ein seitengesteuerter Alba-Viertakt-Einbaumotor, der knapp 200 ccm Hubraum aufweist. Dieser treibt das Hinterrad über einen Riemen an. Auffallend ist ein glanzvernickelter zylinderförmiger Kraftstofftank, der unterhalb des oberen Rahmenrohres befestigt ist.

Der Markenname „ADY“ wurde von einem Vorgängerprodukt übernommen, das von der Firma „Anton Ade“ Ende 1920 verkauft wurde. Dabei handelte es sich um ein Universal-Taschenhandwerkzeug, welches aus Bohrern, Schraubendreher, Pinzette und Korkenzieher bestand. Eine weitere Variante davon war als „Praktikus“ erhältlich. Der Kaufmann Anton Ade, der bereits vor dem Ersten Weltkrieg Fabrikant in Ravensburg war, gründete zum Verkauf seiner technischen Artikel im August 1920 seine Hauptniederlassung in Ulm. Die Geschäftsräume befanden sich dort in der Karlstraße. Eine Zweigniederlassung richtet er im März 1921 in München in der Sonnenstraße ein. Den Firmensitz verlegt Ade vier Monate später nach München. Wegen Verletzung des Gebrauchsmusterschutzes das Maniküre-Set „Elegantia“ betreffend wurde er 1923 zu einer Geldstrafe verurteilt.

Für den erweiterten Unternehmenszweck der Herstellung und des Vertriebs von Fahrrädern, Näh- und Schreibmaschinen, Motorfahrzeugen und ähnlichen Artikeln wurde am 1. Januar 1923 die offene Handelsgesellschaft „Ade, Stadler-Schmutzer & Co.“ gegründet, die ihren Firmensitz in der Theresienstraße hatte. Neben Anton Ade waren die beiden Wiener Ingenieure Simon Stadler-Schmutzer und Franz de Toma als Gesellschafter im Handelsregister eingetragen. Unter der Firma „Ade, Stadler-Schmutzer & Co.“ werden auch Fahrräder und Fahrrad-Zubehörteile wie Ketten, Pedale, Felgen, Lenker und Glocken angeboten. An gleicher Geschäftsadresse gründete man im April 1923 die „Radasto-Metallwaren Aktiengesellschaft“, die einen fast gleichlautenden Geschäftszweck beschreibt. Vorstand der Gesellschaft wird Anton Ade. Gründer und Inhaber der AG sind: Direktor Hans Romanovsky, Bankrat a.D. Hermann Müller, Kaufmann Hermann Funk, Direktor Karl Reinecke und Ingenieur Hans Gebhardt. Im Aufsichtsrat sitzt unter anderem Simon Stadler-Schmutzer. Man kann davon ausgehen, dass beide Firmen in enger Zusammenarbeit wirkten, da die „Ade, Stadler-Schmutzer & Co.“ als Telegramm-Adresse die Kennung „Radastowerk“ verwendete. Anton Ade verlässt den Vorstand der Aktiengesellschaft noch im Juli desselben Jahres, auch aus dem Aufsichtsrat scheidet er im Dezember 1923 aus. Vermutlich beendete die offene Handelsgesellschaft „Ade, Stadler-Schmutzer & Co.“ in dieser Zeit ihre Betriebstätigkeit, da keinerlei weitere Werbung des Unternehmens zu finden ist und auch der Mitgesellschafter Simon Stadler-Schmutzer zusammen mit einigen anderen Gründern der „Radasto-Metallwaren AG“ im Juli 1923 die „‘Bestro‘ Schuhfabrik AG“ gründeten. Im November des Folgejahres benennt sich die „Radasto-Metallwaren Aktiengesellschaft“ um in „Oberland Fahrradfabrik Aktiengesellschaft“.

Simon Stadler-Schmutzer verlässt den Vorstand der „Radasto-Metallwaren AG“ und gründete im November 1923 zusammen mit dem Münchener Kaufmann Heinz Berg die „Flugrad-GmbH“, deren Unternehmenszweck ebenfalls die Herstellung und der Handel von Fahrrädern, Motorrädern und ähnlichen Fahrzeugen ist.

Im Jahr 1929 ist Anton Ade Generalvertreter für „ADE“-LKW-Anhänger. Hergestellt werden diese von der „Maschinenfabrik Hörselgau AG“ aus dem thüringischen Waltershausen, welches ein Unternehmen ist das aus der Firma seines Bruders Arthur Ade hervorging. Von diesem Unternehmen werden angeblich Anfang der dreißiger Jahre auch motorisierte Lieferdreiräder angeboten.

 

(Zusammengestellt von: Helmut Kraus. Januar 2026)

Quellen:

(1)   Münchner neueste Nachrichten, 1920-1929

(2)   Ost und Süd, 1923

(3)   Deutscher Reichsanzeiger, 1906-1924

(4)   Adressbuch München, 1923

(5)   Solinger Tageblatt, 1923

(6)  Cybermotorcycle.com


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